Stefan Gatter, SPD, Wahlkreis 18
1.Sind Sie dafür, dass auf dem Zeugnis Kopfnoten stehen?
Nein. Nach der Landtagswahl am 9. Mai 2010 möchte ich mit der SPD die von CDU und FDP eingeführten Kopfnoten wieder abschaffen. Eine solche Note wird der individuellen
Vielfalt der Kinder einfach nicht gerecht und entspricht nicht einer angemessenen Kultur der Rückmeldung.
2. Sind Sie für das gegliederte Schulsystem?
Nein. Unser gegliedertes Bildungssystem schafft es nicht, die Potenziale unserer Kinder zu fördern. Zu viele Kinder bleiben zurück und werden frühzeitig „aussortiert“. Bildungschancen hängen nach wie vor zu stark von der sozialen Stellung und vom Geldbeutel der Eltern ab. Bildung darf aber kein Privileg für diejenigen sein, die sie über das Elternhaus in die Wiege gelegt bekommen haben. Gute Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel zur Teilhabe und zur gesellschaftlichen Integration. Dies kann das dreigliedrige Schulsystem in seiner jetzigen Form nicht schaffen.
Daher will ich mit der SPD nach der Landtagswahl mit der Gemeinschaftsschule eine neue Kultur des Lernens einführen. Sie ist die Schule der Zukunft. Wir werden aber die Menschen auf diesem Reformweg mitnehmen und nichts über ihre Köpfe hinweg entscheiden und werben deshalb für einen breiten bildungspolitischen Konsens in der Gesellschaft.
Die Gemeinschaftsschule ist eine Ganztagsschule. Sie nimmt die Kinder nach der Grundschule auf und ist bis zur Klasse 10 für deren Bildungserfolg verantwortlich. In den Klassen 5 und 6 findet für alle Kinder ein gemeinsamer Unterricht statt. Eltern, Schule und Schulträger entscheiden, ob ab der siebten Klasse weiterhin ein vollständig integrativer Unterricht stattfindet oder ob eine Differenzierung (beispielweise in Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen) vorgenommen
wird. Am Ende der Klasse 10 können auf der Gemeinschaftsschule alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden.
Mit der Gemeinschaftsschule sichern wir ein wohnortnahes Schulangebot und ermöglichen es so den Städten und Gemeinden, flexibel auf die demografische Entwicklung zu reagieren.
3. Sind Sie für Ganztagsunterricht?
Ja. Wir wollen den Ganztag mit der Gemeinschaftsschule weiter ausbauen. Die Erfahrungen der letzten Jahre und die Erfolge gerade aus den skandinavischen Ländern zeigen: Je länger Kinder zusammen lernen, umso erfolgreicher ist das Bildungssystem und umso besser funktioniert die Gesellschaft.
4. Sind Sie für zentrale Prüfungen?
Ja. Zentrale Abschlussprüfungen können Sinn machen und hohes Bildungsniveau garantieren. Doch dürfen dabei nicht solche eklatanten Pannen passieren, wie unter der CDU/FDP-Landesregierung in den vergangenen Jahren.
5. Sind Sie für kostenlose Bildung für alle?
Ja. Ich stehe mit der SPD für eine gebührenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule. Kein Kind, keine Jugendliche und kein Jugendlicher darf von einer guten Bildung ausgeschlossen werden, nur weil hierfür das nötige Kleingeld fehlt. Daher werden wir schrittweise die Kitagebühren zurückfahren und zeitnah nach der Wahl die Studiengebühren von FDP und CDU zurücknehmen.
6. Sind Sie für eine Senkung des Wahlalters?
Ja. Es ist mein Ziel, mit der SPD die direkte Demokratie in unserem Land zu stärken. Dazu gehört es auch, über das Wahlalter zu sprechen. Wir werden daher die politische Initiative ergreifen, das Wahlalter auch bei Landtagswahlen in NRW auf 16 Jahre abzusenken. Dies soll aber auch durch eine bessere politische Bildung dieser Altersgruppe flankiert werden.
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