Jürgen Hollstein, CDU, Wahlkreis 17
1.Sind Sie dafür, dass auf dem Zeugnis Kopfnoten stehen?
Ja! Kopfnoten geben über das Arbeits- und Sozialverhalten eines Schülers Aufschluss - in einer Form, die von den Eltern nachvollzogen werden kann. Eltern brauchen eine klare Rückmeldung von den Schulen, um auf ihre Kinder einwirken zu können. Und die Schule braucht die Mitwirkung der Eltern, wenn sie ihren Erziehungsauftrag erfüllen will. Ausserdem können Kopfnoten dazu beitragen, das soziale Klima in einer Schule zu verbessern. Wenn ein Schüler weiß, dass Verantwortungsbereitschaft, ein angemessenes Konfliktverhalten und gute Kooperationsfähigkeit anerkannt werden, dann wird er sich dabei doch eher anstrengen - was dem Miteinander in einer Schule nur nützen kann.
2. Sind Sie für das gegliederte Schulsystem?
Ja! In einem mehrgliedrigen Schulsystem, in dem auch kleine Schulen erhalten werden, kann individuelle Förderung am besten gelingen. Hierzu gehören alle Schulformen, incl. Hauptschule, Gesamtschule, Realschule, Gymnasien und Förderschulen.
3. Sind Sie für Ganztagsunterricht?
Ja ! Die CDU-geführte Landesregierung hat seit 2005 den Ganztagsunterricht an allen Schulformen(!) massiv ausgebaut. Die Anzahl der Ganztagsplätze in der Grundschule wurde mehr als verdreifacht; in den Hauptschulen bietet jede zweite Ganztag an, bei den Realschulen und Gymnasien kommen jährlich über 200 Ganztagsschulen hinzu. Wir haben das alte Privileg der Gesamtschulen, als einzige Ganztagsschule zu sein, zu Gunsten aller anderen abgeschafft. Hierfür – und für andere Schwerpunkte – haben wir mehr als 8.000 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer eingestellt.
4. Sind Sie für zentrale Prüfungen?
Ja ! Die zentralen Prüfungen sind bereits von der rot-grünen Vorgängerregierung eingeführt und von der CDU-geführten Regierung übernommen worden. Die Ergebnisse zeigen, dass zentrale Prüfungen gerechter sind. Die Schülerinnen und Schüler in NRW müssen sich dabei auch im bundesweiten Vergleich nicht verstecken, sondern liefern sehr gute Ergebnisse.
5. Sind Sie für kostenlose Bildung für alle?
Ja, aber nur bis zum Abitur!
Die schulische Ausbildung in NRW ist und bleibt selbstverständlich bis zum Abitur kostenfrei. Die CDU-geführte Landesregierung hat den Hochschulen im Land die Möglichkeit eröffnet, Studienbeiträge bis zu einer maximalen Höhe von 500 Euro / Semester zu erheben. Die Studienbeiträge werden von den Hochschulen in Abstimmung mit den Studierenden eingesetzt und müssen zur Verbesserung der Studiensituation und der Lehre genutzt werden. Die Erfahrungen zeigen, dass die Mittel gut und verantwortungsvoll verwendet werden. Konkrete Missbrauchsfälle gibt es nicht. Um niemanden aus wirtschaftlichen Gründen von einem Studium abzuhalten, gibt es die Möglichkeit der günstigen Finanzierung. Die Rückzahlung erfolgt erst nach dem erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben und bei entsprechendem Einkommen. Für Bafög-Empfänger ist die maximale Rückzahlungssumme bei 10.000 Euro gedeckelt. Damit sind Bafög-Empfänger de-facto von Studienbeiträgen befreit.
Studienbeiträge decken nur einen sehr geringen Teil der Kosten eines Studiums, das dem Absolventen in der Regel eine besser bezahlten berufliche Tätigkeit ermöglicht. Im Vergleich zu nicht-akademischen Ausbildungen ist dies eine Frage der Gerechtigkeit.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es durch die Einführung von Studienbeiträgen nicht zu einem Rückgang der Studienanfänger gekommen ist, aber die Studienbedingungen haben sich spürbar verbessert.
6. Sind Sie für eine Senkung des Wahlalters?
Nein!